Zahlungserleichterungen für Kunden sind mit Risiken für Lieferanten verbunden. Hat ein Lieferant Hinweise, dass sein Kunde wirtschaftliche Probleme (z.B. Liquiditätsprobleme) hat, können Zahlungen des Kunden später angefochten und zurückgefordert werden (sog. Insolvenzanfechtung), sollte der Kunde später einen Insolvenzantrag stellen. Durch die Rückforderung erhaltener Zahlungen kann der Lieferant selber in seiner Existenz bedroht werden.

Viele Unternehmen haben dieses Risiko für sich jedoch noch nicht erkannt und daher auch keine Vorsorge getroffen.

Eine Online-Umfrage des Bundesverband Credit Management aus dem Jahr 2014 bestätigt, dass die Insolvenzanfechtung mittlerweile gängige Praxis ist. Demnach gaben 82% der befragten Mitglieder an, schon einmal von Insolvenzanfechtung betroffen gewesen zu sein. Dabei lag in rund einem Drittel der Fälle die angefochtene Summe über 100.000 EUR.

Ein Beispiel verdeutlicht die wirtschaftliche Bedeutung für Unternehmen:

 Sie beliefern einen langjährigen Kunden mit Waren im Wert von 10.000 EUR pro Monat, also 120.000 EUR pro Jahr. Der Kunde zahlt seine Rechnungen jedoch selten pünktlich. Vor einigen Jahren, am 01.01.2013, haben Sie sogar auf Bitten des Kunden eine Ratenzahlungsvereinbarung mit dem Kunden abgeschlossen, die dieser auch nur nach mehrfachen Mahnungen und Nachfragen eingehalten hat. Schließlich meldet Ihr Kunde im Jahr 2016 Insolvenz an. Der Insolvenzverwalter schreibt Sie an und fordert sämtliche seit 2013 erhaltene Zahlungen, mithin 360.000 EUR zurück.

Das „fühlt“ sich ungerecht an – schließlich hat der Lieferant die Waren vereinbarungsgemäß und einwandfrei geliefert.